Seniorenwanderfahrt nach Barby vom 24. - 27. 7. 2012

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Zuerst war die Idee da, einmal eine gemeinsame Fahrt der DiDo-Seniorenruderer zu unternehmen. Das Ziel war schnell gefunden - Saaleabwärts bis zur Mündung in die Elbe wurde als machbar in 3 Tagen eingestuft und akzeptiert. Da ja Rentner niemals Zeit haben, wäre eben an dieser Zeitfrage die Fahrt bald gescheitert. Mit Müh und Not wurde ein Termin gefunden, an dem 7 Ruderer diese Fahrt unternehmen konnten.

Die Vorbereitungen begannen und als wichtigste Frage wurde die der Übernachtung gestellt. Luma in Bootshalle oder Kraftraum ist nicht mehr akzeptabel, darum waren Betten Pflicht. Die Streckeneinteilung ergab eine Übernachtung in Salzmünde und in Bernburg. Auch war die Mittagsrast zu organisieren. Eine Vorfahrt im Auto sollte hier Klärung bringen. Gesagt, getan: Eberhard und Eva fuhren die Strecke ab. Ein kleines Hotel in Salzmünde versprach ein gutes Quartier und im Bootshaus des Bernburger RC waren auch Bettenquartiere vorhanden. Mittagspausen waren in Halle im „Krug zum gründen Kranze“ und in Könnern in der „Georgsburg“ vorgesehen und bestellt. Ja, nun konnte es ja losgehen. Halt, es fehlt uns ja noch ein Ruderer um mit einem Gig-Doppelvierer mit Stm. und einem Gig-Doppelzweier ohne Stm. starten zu können. Eine Nachfrage bei den Montagsruderern ergab, dass Dietmar Scharfe mit uns nach Barby rudern konnte.

 

Am Dienstag, d. 24. 7. trafen wir uns 8.00 Uhr im Bootshaus, bestückten die Boote und starteten pünktlich zu unserer Fahrt. Das Wetter versprach Sonne - Sonne - Sonne. Im Planena konnten wir erstmalig die vollautomatische Schleusung einleiten, waren angenehm überrascht wie flott wir durch die Schleuse kamen. In Halle war auch noch die Schleuse Gimritz automatisiert, die anderen beiden Schleusen müssen noch umgebaut werden. Pünktlich wurde der „Krug zum grünen Kranze“ erreicht und 7 durstige Ruderer nahmen im schönen Biergarten platz. Der Biergarten hielt nicht dass was er versprach. Wir saßen zwar im Garten, aber von Bier war vorerst keine Spur. Es gab zwar etliche dienstbare Geister, die liefen sehr geschäftig hin und her, haben uns aber geflissentlich übersehen. Dafür hat ein sehr, sehr durstiger Ruderer überhaupt kein Verständnis. Die Wartezeit war so lang, dass wir schon wieder froh waren als sich jemand unserer erbarmte. Auf das Essen brauchten wir nicht so lange zuwarten, so dass bald 7 Ruderer wieder im Boot saßen und die Schleuse Trotha ansteuerten. Die Sonne stand im Zenit und machte uns das Leben schwer. Viel Selter und Äpfel standen als Löschmittel bereit und  die Vorräte schrumpften bedenklich. Nachmittags kam Salzmünde in Sicht und am langen Bootssteg der Gemeinde wurde angelandet. Die zwei Boote über den Bootssteg gehoben und an der Uferseite des Steges wieder zu Wasser gelassen. Wir wussten ja nicht, was hier für ein Schiffsverkehr herrscht, noch dazu gleich unterhalb ein großer Yachthafen mit vielen Booten war. Zum Hotel waren es einige Meter und bald konnten wir unsere Zimmer beziehen. Einfach, aber gut. Nach dem üblichen duschen, herrichten, dem ersten Bier (oh, das zischt) einem Erkundungsgang in der näheren Umgebung, saß bald alles vor dem Hotel am Tisch, konnte ein gutes Essen bestellen, hatte sein erfrischendes Bier, und war rundherum zufrieden das der erste Rudertag so erfolgreich zu Ende ging.

Nach einer erholsamen Nacht, einem reichhaltigen Frühstück, traf sich alles am Bootssteg und bereitete sich auf die nächste Etappe Salzmünde-Bernburg vor. Das Wetter versprach wieder Sonne, Sonne, Sonne ! Frohgemut startete der Vierer, besetzt mit: W. Schwarz, D. Scharfe, L. Kuhne, J. Wallstab und Eb. Selle und der Zweier ohne mit M. Beitlich und U. Kuhne. Zügig geht die Fahrt bis zur ersten Schleuse Wettin. Die Großschifffahrtsschleusen werden alle automatisch bedient. Vor der Schleuse an einer schwimmenden Insel anlegen, telefonieren - sich melden: Wer - welche Schleuse - wohin, ab oder aufwärts - der freundliche Schleusenbediener sagt o. k und man kann sich wieder ins Boot setzen. Dann beginnt der automatische Schleusenvorgang: Bei grün fährt man in die Schleuse, wird abgesenkt und bei grün fährt man raus. Das hat immer alles reibungslos geklappt. Eine gute Lösung. Lästig war immer das warten in der prallen Sonne. Eberhard war der einzige der etwas Schatten hatte. Ein aufgespannter Regenschirm spendete einen kühlen Schatten. Tja, Vorsorge hilft !

Hinter der Schleuse Rothenburg erwartete uns die „Georgsburg“. An der Brücke Könnern liegt diese trutzige burgähnliche Gaststätte und hat uns gut mit Speisen und Getränken versorgt. Das anlanden an den sehr unpraktischen Steg war etwas schwierig. Der stark aufgeheizte Alusteg war mit Vorsicht zu genießen und konnte leicht zu Verbrennungen führen. Boote sicher vertäut und auf geht es in die Tränke. Durch Essen gestärkt, den Flüssigkeitshaushalt des Körpers wieder in Ordnung gebracht, konnten wir die Mittagspause mit einem kleinen Schläfchen abschließen. Da alle mitgebrachten Wasserflaschen leer waren, wurde am Wasserhahn eifrig getankt, denn die Hitze verlangte reichlich Flüssigkeit. Schleuse Alsleben wurde passiert und dann musste bald Bernburg kommen. Die Sonne meinte es zu gut und ließ die Kilometer zu Gummibändern werden. Es war mörderisch heiß. Später erfuhren, das der Raum Bernburg in Sachsen-Anhalt deutsch-landweit die höchsten Temperaturwerte hatte - 38,7 Grad ! Aber alles hat einmal ein Ende, auch so eine Hitzeschlacht. In Bernburg ein mühsames Booteentladen, auf dem Bootshausgelände lagern und das Quartier belegen. Ein großer Raum mit Doppelstockbetten, original NVA-Bettwäsche und einen Sturm auf die besten Schlafplätze waren der Anfang für eine mittelprächtige Nacht.

Unter der Dusche wurden die eingetrockneten Körper wieder eingeweicht und später kamen saubere, erholte Senioren zusammen, tranken im Bootshaus ein Bier und machten sich auf den Weg in das in der Nähe liegende bewirtschaftete Kanubootshaus (das Ruderbootshaus ist nicht bewirtschaftet). An Ufer der Saale sitzend, die Sonne war hinter den Bäumen verschwunden, ein kühler Wind kam von der Saale, so schmeckte uns das Bier und auch das Essen. Die Stimmung war gut und wurde noch besser als der Wirt uns für den anderen Morgen ein Frühstück anbot.

Doch der ungewohnte Rudertag, die Hitze, ließen uns bald unser Quartier aufsuchen und dann war Nachtruhe angesagt. So wie das bei Senioren sein soll!

Nach einem guten Frühstück im Kanubootshaus ging es frischgestärkt auf die letzte Etappe. Schleuse Bernburg war bald passiert und bei herrlichstem Sommerwetter ging es weiter Saaleabwärts. Nach 9 km kam die Bode-Mündung in Sicht und Nienburg wurde passiert. Von der früheren „Dreckschleuder“, dem Zementwerk Nienburg ist nichts mehr zu sehen. Statt der ehemaligen Industrieanlage  ist eine große Grünfläche entstanden. Die Saale wird breiter, fließt langsamer und über die ehemalige Regattastrecke Calbe rudernd, wobei Erinnerungen an packende Viererrennen wach wurden, war die letzte Schleuse dieser Fahrt erreicht. Hinter der Schleuse war früher die gewaltige Anlage des Niederschachtofenwerkes Calbe zu sehen. Auch hier war keine Spur mehr von diesem Werk. Nach der Eisenbahnbrücke beginnt die kurvenreiche Strecke bis zur Saale-Mündung. Diese 10 km Saale sind windungsreich, flach, schnellfließend. Für Ruderboote ideal, für die Schifffahrt ein Hindernis. Um dieses Problem geht es bei einem jahrelangen Streit zwischen Gegnern und Befürwortern des Saaleausbaues, bzw. um den Bau eines Umgehungskanals. Mal sehen wer gewinnt! In flotter Fahrt ging es in Richtung Saalemündung. Da war auch schon die Elbe. Die obligatorische Kette wurde überhopst (es ging ein Ruck durch das Boot als wir die Kette überfuhren, die die Mündung der Saale zusammen hält  !!!). Nur noch 1,5 km auf der Elbe und wir legen am Steg des Kanuclub Barby an. Unser Ziel ist erreicht. Boote aus dem Wasser, abriggern und alles für den Transport vorbereiten. Danach war der Durst riesengroß und wir schickten unsere Späher aus, eine Getränkequelle zu finden, denn die Sonne brannte schon wieder vom Himmel. Glücklicherweise war in unmittelbarer Nähe eine kleine Gaststätte, einfach, mit herrlichem Biergarten an der Elbe, ein kühles Bier und eine wohlschmeckende Bockwurst. Ein richtiges nostalgisches Picknick. Bald kam auch unser Transportfahrzeug mit dem Hänger. Jochen Marx hatte sich bereiterklärt uns und die Boote von Barby abzuholen. Nach seiner pünktlichen Ankunft wurden die Boote verladen, das Gepäck in die beiden PKW`s verstaut. Der andere PKW wurde von Lutz seinem Sohn gefahren. Gegen 15 Uhr setzten wir uns in Richtung Heimat in Bewegung. Im Merseburger Bootshaus angekommen war großes Boote säubern angesagt und bald lag alles blitzblank in der Bootshalle. Ein gemeinsames Abschlussbier kam nicht zu Stande, da einige Teilnehmer von ihren Lieben frühzeitig eingefangen wurden. So ging eine schöne Fahrt ziemlich unspektakulär zu Ende.

Was ist sonst noch zu sagen ?

Es herrschte gutes, ja zu gutes Wetter. Die Stimmung war gut, es ging ohne Streit ab, was sehr positiv war. Die Organisation klappte gut, Bootsschäden keine. Der Rücktransport hat Dank Jochen Mark sehr gut geklappt. An dieser Stelle unseren herzlichsten Dank an Jochen Marx für seinen Einsatz und für die Verfügungstellung seines Jeeps.

Etwas länger andauernde Diskussionen über Neuwasser und Bojenrunden wurden in der darauffolgenden Zeit abgearbeitet. Diese Fahrt war ein Neubeginn einer hoffentlich wiederholbaren Fahrt, wobei kleinere Ecken und Kanten im Verstehen einer Wanderfahrt bestimmt geglättet werden können.            

Ich bedanke mich für die gute Kameradschaft. 

Eberhard Selle 

 

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