Wanderfahrt Spreewald - Berlin

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In diesem Jahr war der Wunsch geäußert worden, nach fast 30 Jahren wieder mal eine Wanderfahrt in den Spreewald zu unternehmen. Das Interesse war recht gut, so dass wir mit 2 D2m und einem D4m direkt nach Lübben in die dortige Jugendherberge fuhren. Quartier in Lübbenau zu finden war nicht möglich, alles ausgebucht, darum das Ausweichquartier in Lübben. Hier waren der Startpunkt und unser Standort für 2 Nächte. Die Anfahrt am Sonntag  war recht problemlos, bis auf eine kleine Irrfahrt durch Lübben und einem freundlichen Opa, der uns mit seinem Fahrrad bis ins Quartier lotste, waren wir Mittag am Ziel. Wir haben das  Quartier in der Jugendherberge bezogen und konnten sogar noch zum Mittagessen nach Lübben in das Restaurant “Standcafe“ fahren, sehr schön gelegen direkt an der Spree. Hier konnten wir das erste Mal auf dieser Tour Anfänger in Paddelbooten auf dem Wasser sehen – eine Jugendgruppe probierte sich mit mehr oder weniger Erfolg aus. Zur Ehre der anderen Wassersportler sei aber gesagt, dass wir während der weiteren Fahrt kein Problem mit „Unkundigen“ hatten.

Im Spreewald haben wir aber erstmals erlebt, dass die Spree nach einem Hochwasser einen recht hohen Wasserstand hatte. Dieser bereitete uns auch im Laufe der Fahrt einige Probleme und unangenehme Überraschungen.

Nach dem genannten Hochwasser war die Wiese an der Jugendherberge Lübben durch die Überschwemmung noch ziemlich feucht, dafür hatte der Steg für Ruderboote die richtige Höhe.

Nachmittags Anbauen der Boote, danach sollte es noch auf eine „kurze„ Tour nach Lübbenau gehen. Nach dem Absetzen und losfahren des ersten Zweiers passierte es dann leider, dass beim zweiten Zweier während des Absetzens die Mannschaft an nassen Steg abrutschte, dadurch das Boot ins kippen geriet und sie so unglücklich ausrutschten, das sie nass wurden bzw. sich am Steg und im Boot mit dem Fuß schmerzhaft verkeilten. Eberhard hatte Angst, dass er sich am operierten Kniegelenk Schaden zufügen würde. Er wurde schnell aus seiner unglücklichen Situation befreit und war erst einmal kampfunfähig. Der erste Zweier wurde zurückgerufen. Die Mannschaften mussten umgesetzt werden und dann ruderten die 2 Boote gen Lübbenau. Eigentlich nicht viel Kilometer, aber durch den Wasserstand der Spree  mit erstaunlich viel Gegenströmung  und das auf einem langen, geraden Kanal – das zog sich. Wir sind dann auch nicht bis ganz nach Lübbenau gerudert, sondern sind kurz vorher umgekehrt. Zurück ging es besser. Hier haben wir auch das erste Mal auf dieser Wanderfahrt erlebt, dass auf Grund des Wasserstandes die Schleusen offen waren, wir konnten durchfahren, aber mit starker Strömung in der Schleuse,  da hieß es aufpassen.

Abends sind wir in eine Western-Kneipe gefahren – sehr originell eingerichtet mit einer Eisenbahn an der Decke, welche mit ziemlich viel Krach öfter ihre Runden zog. Das Essen war auch sehr gut – so gut, dass wir zum nächsten Abend gleich reserviert haben.

Am nächsten Tag mussten wir feststellen, dass Eberhard doch etwas stärker durch Prellungen an seinem Bein beeinträchtigt war. Er hat es zwar noch zwei Etappen probiert, aber dann kam noch eine Gürtelrose hinzu – und damit war er zum Landdienst gezwungen.

Die zweite Etappe ging direkt in den oberen Spreewald. Die Kanaletappe nach Lübbenau war ja jetzt bekannt und verging schneller als am Vortag. Wir umfuhren Lübbenau in Richtung Wotschowska. Bei wenig Kahnverkehr (das ist der Vorteil vom Septembertermin) und leicht zu handhabenden Schleusen erreichten wir pünktlich zur Mittagszeit die Gasstätte Wotschowska. Von früher kannten wir diesen Punkt immer nur voll und mit anstehen. An diesem Montag war es aber angenehm leer und auch für die Boote fanden wir leicht eine Anlegestelle. Das Essen war, ob oder wegen des geringen Gästeandrangs nur so „Lala“.

Nachmittags haben wir einige Strecken durch kleine Kanäle quer durch den Spreewald gesucht, welche wir zum Teil paddelnd zurücklegten. Bei Sonnenschein und nicht gestört durch andere Boote hat es richtig Spaß gemacht. Eine weitere kurze Pause machten wir in Lehde im „Fröhlichen Hecht“. Auch hier war es untypisch leer und damit sehr angenehm. Zurück ging es mit der Strömung durch Lübbenau nach Lübben. Der zweite Tag war eine sehr angenehme Remineszens an frühere Spreewaldfahrten mit einer Mischung aus Abenteuer und Erholung in einer sehr schönen Landschaft.

Durch berufliche Zwänge konnte Gabi erst am Montag nachkommen und am Abend  als wir wieder in den „Wilden Westen“ zogen, waren wir komplett.

Den nächsten Tag (Dienstag) führte die Etappe Richtung unterer Spreewald über Schlepzig bis Neudorfer See.

Diese Etappe stellte sich dann als die problematischste auf der ganzen Fahrt heraus. Bedingt durch das Hochwasser hatte die Spree sehr starke Strömung und war auch teilweise über die Ufer getreten.

Die Spree ist hier sehr kurvenreich und bei dem hohen Wasserstand schwer zu steuern. Oft drückte uns die Strömung fast ans Ufer und da sehr viele umgestürzte Bäume im Wasser lagen, war immer erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Der Vierer hatte hier Nachteile und musste ganz schön kämpfen. Die Steuerleute waren mehr als gefordert

Und es erwischte uns doch ! In einer engen S-Kurve wurde das Boot auf einen umgestürzten Baum, der auch noch im Außenbogen den Fluß halb blockierte, getrieben. Unsere Hoffnung, dass die Baumkrone mit ihren Blättern und dünnen Zweigen das Boot abfederte, erfüllte sich nicht. Ein unter Wasser liegender Aststumpf drückte stark gegen das Boot. Die Bemühungen den Vierer frei zu bekommen scheiterten und mit einem hässlichen Knirschen gab die Bootshaut nach. Der Vorteil war, dass es ein Kunststoffboot war, es hat den gewaltigen Druck des Wassers viel länger standgehalten als es ein Holzboot gekonnt hätte. Der Baum hatte Mitleid mit uns, ließ uns frei und schon kam das Wasser ins Boot geströmt. Glück im Unglück - gleich  hinter dem Baumhindernis war am Ufer eine Anlegestelle. Das war weit und breit die einzige Möglichkeit das Boot ans Ufer zu bringen. Dies gelang recht schnell, da die Mannschaft sehr diszipliniert und umsichtig war.

Der Schaden wurde am Ufer sichtbar, ein Loch unter dem Steuersitz ca. 5 cm Durchmesser. Wir konnten das Loch mit Eberhards „Wunderklebeband“ verschlie-ßen. Diese Aktion hat uns eine Dreiviertelstunde gekostet, daher beeilten wir uns wieder auf das Wasser zu kommen. Die Leckstelle war wasserdicht, und wir ruderten etwas kräftiger um schnell nach Schlepzig zu kommen, wo wir schon mit Unruhe erwartet wurden.  

In Schlepzig haben wir in der dort neu errichteten Brauerei gegessen. Schlepzig hat sich sehr verändert. Einige von uns kannten dieses Dorf, speziell die „Dorfkneipe“ mit Sofa und Billardtisch noch ganz anders, als sie sich jetzt neu renoviert und ziemlich mondän (auch preislich) präsentiert. In Schlepzig gibt es eine Schleuse, in welche im Normalfall auch ein Vierer passt, aber durch das Hochwasser war die Brückendurchfahrt davor zu niedrig, so das der Vierer, nun mit gewechselter Steuerfrau in Richtung Parallelflies auswich, um dort zu schleusen. Auf Grund einer Vorahnung haben wir aber nach dieser Schleuse per PKW geschaut und mussten feststellen, dass diese in Bau und nicht passierbar war. Ralf hat deshalb den Vierer durch lautes Rufen weiter in Richtung Puhlstrom geschickt. Das war in Nachhinein ein Fehler.

Die Kombination HOCHWASSRER - PUHLSTROM - VIERER gab der Mannschaft eigentlich keine Chance ohne Hindernisse durchzukommen. Eberhard ahnte was auf die Mannschaft zukam. Der Puhlstrom ist schon bei normalem Wasserstand bei den Ruderern gefürchtet. Sonst nur im Zweier möglich und wer kann, meidet diesen Abschnitt. Für uns war es nach dem Ruf; „Weiter - Weiter“ nicht mehr möglich zu wenden. Die Strömung war zu stark und wir wären aufwärts nicht gegen sie angekommen. Also: 1. erhöhte Aufmerksamkeit, 2. Disziplin im Boot, 3. Befehle des Steuermanns ausführen und 4. Beten dass alles gut geht. Im Puhlstrom sind zwei Schleusen, das beunruhigte uns, da wir nicht wussten wie es dort aussah. Der Puhlstrom, das Wort führt in die Irre, es war kein Strom ! Es war sehr eng, kurvenreich, mit vielen Pfählen im Wasser und sehr starker Strömung. Wenn wir als Saaleruderer sagen, starke Strömung, dann will das was heißen. Nach einigen Windungen hatten wir den Bogen raus. Das Rudern wurde eingestellt und da uns die Strömung den nötigen Schwung gab, wurde nur nach Anweisungen des Steuermanns entweder backbord oder steuerbord zur Unterstützung der Steuerfrau gerudert. Das half ungemein und ließ uns fast alle Kurven berührungsfrei nehmen. Elke war unsere Steuerfrau und hat uns mit viel Umsicht und den richtigen Befehlen gut und unfallfrei durch dieses schwierige Gewässer gebracht. Steuerprüfung Stufe 5 mit Bravour gemeistert. Die erste der zwei Schleusen ging gut. Die Schleusentore mussten bedient werden, aber da kein Gefälle, war es nur ein Durchfahren. Die Wehre waren mit dem Ruderboot nicht zu durchfahren.

Die zweite Schleuse hat uns sehr geärgert. Vor der Schleuse (neu renoviert) war das Anlegeufer, ohne Haltemöglichkeit am schrägen Mauerwerk für uns wertlos, und wir wurden durch die Strömung vor das Schleusentor getrieben und kamen schräg an den Pollern zum liegen. Zum Glück war da ein dickes Polster an Treibgut, so dass der Vierer schräg in der starken Strömung gut lag. Die Bootsspitze hatte sich im Tor verklemmt, darum musste Roland in die Bootsspitze, auf das Tor klettern und das linke Tor aufmachen, so dass wir in die Schleuse einfahren konnten, d.h. wollten. Das ging aber nicht, da die Steuerleine sich verhakt hatte. Die Steuerfrau stieg ins Heck und musste die Steuerleine mit einem Messer kappen. So kamen wir frei und konnten in die Schleuse einfahren. Tor zu, unteres Tor auf, da der Wasserstand gleich war. Die Steuerleine wurde wieder gangbar gemacht und weiter ging es. 

Bisher waren wir durch dichten Wald gefahren, aber nun waren weite Wiesen unsere Begleiter. Alles überschwemmt, wobei der sinkende Pegel viele verschlammte Inseln sichtbar werden ließ. Hochgelagerte Heuballen zeigten, dass die Spreewaldbauern gut mit dem Hochwasser umzugehen wussten. Der Puhlstrom wurde breiter und langsamer und bald sichteten wir unsere wartenden Mitfahrer. Der Zweier  kam besser die breite Hauptspree hinunter und war natürlich schneller. Er wartete an der Schleuse Leipsch auf uns. Hier waren auch ungünstige Strömungsverhältnisse, welcher mit einem Zweier gut zu meisten waren, aber wo der Vierer Hilfe brauchte. Ralf reparierte noch schnell das Schleusentor, ein Zeitgenosse hatte vorher die Zugstange einfach ins Schleusenbecken fallen lassen – da hing sie nun und das Tor konnte nicht geöffnet werden. Mit ein paar artistischen Einlagen haben wir diese Stange geborgen und konnten dann den Vierer durchschleusen. Später haben wir erfahren, das am Tag vorher an dieser Stelle, wo die Spree und der Spreeflutkanal an einem Wehr zusammenkamen – ein Boot mit Berliner Ruderern durch das (glücklicherweise geöffnete) Wehr durchgedrückt wurden und alle Mannschaftsmitglieder baden gingen – Gott sei Dank ohne Verletzungen oder schlimmeres.

Die Strecke bis zum Strandbad am Neudorfer See, wo wir unsere Boote über Nacht lagern wollten, war dann recht ruhig und mit Strömung auch zügig durchgerudert. Das genannte Hochwasser hat auch den Neudorfer See – welcher ja nicht gerade klein ist, über die Ufer treten lassen und wir mussten die Boote an und über eine sehr schlammige Wiese anlanden und tragen. Geplant war bis zu dem am Ende des Sees liegenden Campingplatz zu rudern, doch das wurde auf den Anfang des Sees befindlichen Campingplatz aus Zeitgründen umgestellt.

Mit den Fahrzeugen des Landdienstes sind wir dann nach Jessern am Schwielochsee gefahren. Übernachtet haben wir im Bootshaus des Cottbusser Rudervereins, welche (in Ermangelung der Ruderbarkeit der Spree in Cottbus) ihr Ruderrevier an den Schwielochsee verlegt hatten. Dieser Ruderverein war früher DYNAMO und das bauliche Erbe war noch zu spüren, alles recht groß und teilweise sehr Kasernenähnlich (z. B. die Waschräume). Das Bootshaus war jetzt für so einen kleinen Verein eine Nummer zu groß, war aber ein unübersehbares Mischmasch aus DDR-Standard und schon moderner Einrichtung. Diese Unterkunft nutzen wir gleich für zwei Übernachtungen. Da dieses Gelände recht abseits lag, haben wir uns im Objekt mit Abendbrot selbst versorgt und einmal in einer Gaststätte am nach-barlichen Campingplatz gegessen.

Mittwoch sind wir in einer im Vergleich zu den vorhergehenden Tagen ruhigen Etappe über den Neudorfer See die Spree bis Trebatsch gerudert. Mittags wurde in Alt-Schadow gemacht, hier gab es lecker Fisch. Die Gaststätte lag am Campingplatz der als unser Fahrtziel vom Vortag geplant war. Das wäre aber nicht gegangen, da das gesamte Ufer sehr weit unter Wasser stand. Also alles richtig gemacht ! 

Das Hochwasser brachte es mit sich, das Wehre an der Spree bis Fürstenwalde praktisch nicht mehr vorhanden waren, beispielsweise wie in  Alt-Schadow, wo  das Nadelwehr komplett gezogen war und wir problemlos durchfahren konnten.

In Trebatsch haben wir die Boote am Ufer auf einer Wiese gelagert. Glücklicherweise war dort ein Schwimmsteg, welchen wir mit einigen artistischen Einlagen nutzen, die Boote anzulanden und aus dem Wasser zu holen. Die vorhanden festen Stege waren alle überflutet. Per Pkw ging es dann zurück zum Cottbusser RC.

Donnerstag hatten wir eine kurze Etappe nach Beeskow. Da das Wetter sehr grau und wolkenverhangen war und es schien, als ob es jeden Moment zu regnen anfängt, habe wir auf einen Abstecher auf den Schwielochsee verzichtet und sind direkt nach Beeskow ins Bootshaus gefahren. Einige haben dann noch den Hänger von Jessern geholt, die anderen haben schon das Quartier in der dem Bootshaus zugehörigen Pension bezogen. Übrigens sehr zu empfehlen, neu renoviert, gute Ausstattung und vernünftiger Preis. Nur Evi und Ralf mussten in einer privaten Ferienwohnung in unmittelbarer Nähe übernachten. Das Bootshaus hatte als Nachbar eine Fischgaststätte der Fischereigenossenschaft und dort konnten wir gut zu Mittag essen. Am zweiten Abend landeten wir beim Griechen, dort wurden wir laut, zuvorkommend und lustig bedient und konnten uns über mehrere spendierte Uso-Runden freuen.

Am Donnerstag hatten wir wieder eine etwas längere Etappe - die Spree zum Oder- Spree-Kanal bis Fürstenwalde. Speziell die Drahendorfer Spree, welche wir problemlos nutzen konnten, da die Wehre nicht mehr waren, ist landschaftlich sehr schön. Auch hier hatte das Hochwasser die anliegen Wiesen und Flächen über-schwemmt, was einen eigenen Reiz ausmachte.

Am Zusammenfluss Spree-Kanal machten wir Mittagsrast am FORSTHAUS.

Hier gab es als Mittag „nur„ eine Bockwurst, da fühlten wir uns in DDR-Zeiten zurückversetzt. Das Lokal und die anschließenden Bungalows verstärkten mit ihren Charme den Eindruck, aber zusammen mit schönem Wetter, einem Schwarzbier, Eis und einer Terrasse mit Wasserblick war es auszuhalten.

Die Nachmittagskanaletappe zog sich auf Grund der Eintönigkeit etwas, aber Fürstenwalde, auch wieder mal mit einer großen Schleuse, war recht interessant.

Angelegt und die Boote über Nacht gelagert haben wir im dortigen Ruderverein. Trotz Anmeldung gestaltete sic h die Lagerung der Boote schwierig. Bootshaus zu - verrammelt - ein Ruderer kommt - nicht zuständig - viele Telefonate - später kommt jemand - wir dürfen Bootswagen und Boote lagern. Absprache wegen morgiger Abfahrt. Umständlich, schwierig, zeitfressend ! Dann sind wir wieder per PKW nach Beeskow in unser Quartier.

Die letzte Etappe führte vom Oder-Spree-Kanal weg in die alte Spree über Hangelsberg nach Neu Zittau bis Rahnsdorf.

Die alte Spree, sowieso landschaftlich sehr schön, bekam durch das genannte Hochwasser einen neuen, eigenen Reiz. Oftmals beidseitig überschwemmte Wiesen, plötzlich wieder befahrbare Abkürzungen und einige versteckt im Wasser stehende Pfähle machten die Tour interessant.

Mittag machten wir in der Campinggaststätte „Jägerbaude“. Nach einer ziemlichen Wartezeit konnten wir irgendwann auch unser Essen bestellen. Der Kellner war nach eigenen Aussagen auch ein Berliner Ruderer, aber er war bestimmt kein Rennruderer. Alles wirkte von der Organisation her (Kellner, Bezahlung etc.) ziemlich umständlich.

Auf den Berliner Seen in Erkner angekommen, holte uns die Zivilisation in Form von Motorbootwellen und –lärm sehr schnell wieder ein. Speziell die Müggelspree war eine Autobahn auf dem Wasser – Spaß macht das nicht im Ruderboot. Ein Zweier besetzt mit alten „Luftfahrthasen“ fuhr am Bootshaus vorbei und hat sich dadurch einige Kilometer mehr beschert. In Rahnsdorf bei „Luftfahrt“ haben wir die netten, kleinen Bungalowquartiere bezogen, die einige noch aus „wilden“ Jugendtagen in Erinnerung hatten. In Empfang genommen wurden wir durch zwei Luftfahrtsenioren, die sich angeregt nach Louise und Traudel erkundigten. Sie gaben uns auch den Hinweis, dass in der Nähe ein Fischer war, der auch Fischwaren verkaufte. Wir holten uns zum Abendbrot Fischbrötchen, die von allen, bis auf zwei, mit großen Appetit verzehrt worden.

Am Sonntagfrüh wurde in Ruhe gefrühstückt, dann Boote aufladen, Quartier säubern und Heimreise. Nach einer ruhigen Fahrt auf der Autobahn waren wir Mittag in Merseburg. So wie immer - gleich die Boote säubern, anbauen und in die Halle. Es ist ja schon eine eingespielte Truppe und darum läuft alles so gut und harmonisch ab. Zum Kaffeetrinken waren dann alle schon zu Hause angekommen.

Die Teilnehmer der Fahrt waren: G. Bach, W. und S. Hagemeyer, R. Kampfrad, W. Marx, R. und E. Selle,

El. Selle und Ev. und Eb. Selle.

Wenn die Fahrt auch für alle nicht reibungslos vonstatten ging und es einige Überraschungen gegeben hat, speziell in den ersten Tagen, hat es Spaß gemacht diese Strecke zu befahren, und da die Spree von Lübbenau bis Rahnsdorf für uns zum Teil unbekanntes Gewässer war, sind es sogar für einige Neuwasserkilometer.

Die Fahrtenleitung sagt an alle herzlichen Dank.

Ralf und Eberhard Selle

 

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