Die Dienstag-Morgen-Ruderer

Die Anregung, einmal über das langjährige Seniorenrudern des Vereins etwas zu schreiben, komme ich gern nach.

Wie begann es eigentlich? Aus einem mehr oder weniger zwangslosen, zeitlich nicht festgelegten Rudern in unregelmäßigen Abständen, bei unterschiedlicher Beteiligung, wurde eine regelmäßige jahrelange Institution.

Als wir im August 1997 für die Wanderfahrt nach Hamburg einen Vierer nach Halle-Trotha bringen mussten, wurde das am Donnerstagvormittag erledigt und auf der Heimfahrt wurde in der Straßenbahn beschlossen, da uns die Rudertour sehr gefallen hat, in Zukunft jeden Donnerstagfrüh zu rudern. 6 Sportfreunde erklärten sich dazu bereit und so war das Morgenrudern der Senioren aus der Taufe gehoben. Einige Zeit später wurde der Termin auf Dienstag verschoben und da ist er heute noch. Dieses Morgenrudern fand Anklang und so waren es teilweise 6 bis 8 Teilnehmer.

Pioniere der ersten Stunde waren: Ernst Matthies, Eberhard Selle, Manfred Beitlich, Jochen Wallstab, Jürgen Vahldieck, Heinz Fischer und auch Reinhard Sandberg nutzte seine Arbeitslosenzeit zur sportlichen Betätigung. Diese Männerrunde verstand sich gut und als der Sinn nach Mehr stand, wurde der Donnerstag zusätzlich aufgenommen. Dieses Morgenrudern hatte verschiedene erfreuliche Auswirkungen auf den Verein. Da wir zu dieser Zeit verstärkt mit Um- und Ausbaumaßnahmen im Bootshaus gefordert waren, war es hilfreich, dass immer einige Männer jederzeit ansprechbar, aber auch bereit waren viele Arbeiten bei diesen Projekten zu übernehmen. Auch die Bereitschaft das Wanderruderabzeichen zu erfüllen war gegeben und wurde auch teilweise wahrgenommen. Gerudert wurde bei jedem Wetter, im Sommer draußen und im Winter bei Minusgraden im Ruderbecken. Alles Wetterbedingt: Wenn wir Glück hatten waren wir noch am 15. Dezember auf dem Wasser oder andere Jahre schon Ende Februar im Boot. Es konnte natürlich auch das Gegenteil eintreten und ungünstige Witterungen oder Hochwasser ließ uns ins Ruderbecken ausweichen.

Mit der Zeit wechselten die Teilnehmer, altersgemäß schied E. Matthies aus, aber er kam öfter an den Rudertagen noch ins Bootshaus, und besuchte die an das Rudern anschließende gesellige Runde der Ruderer, wo in entspannter Atmosphäre bei einem Gläschen Bier oder Schorle bei interessanten Gesprächen der Vormittag ausklang. Aber auch manche gute Idee oder Absprache im Interesse des Vereins wurde dort aus der Taufe gehoben.

Zurzeit sind als Stammbesetzung dabei: Manfred Beitlich; Lutz Kuhne, Ulli Kuhne, Wolfgang Schwarz, Wolfgang Schütze, Eberhard Selle, Jürgen Vahldieck und Jochen Wallstab.

Ab und zu sind Gäste immer herzlich willkommen und mancher ehemaliger Buna-Ruderer, der zu Besuch in Merseburg weilt, hat die Gelegenheit wahrgenommen und im Kreise früherer Ruderkameraden wieder einmal eine Rudertour auf der Saale unternommen. Wir stellten fest: 1. das Rudern verlernt man nicht und 2. war es manchmal rührend anzusehen, mit welcher Freude die frühere Heimatstrecke wieder in Besitz genommen wurde.

Schön ist, dass die Kameradschaft und Sportfreundschaft enger geworden ist, dass neben den Kilometerleistungen auch das Interesse am Verein gestiegen ist. Erfreut müssen wir feststellen, dass die 8 Diensttagssenioren immerhin 25 % der Jahresvereinskilometer verzeichnen können. 3170 Ruderkilometer im Jahr 2010 sind ein gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass durch Hochwasser ungünstige Wetterverhältnisse wie Schnee und Regen starke Einbußen am Freiwasserrudern zu verzeichnen waren.

Die Diensttagsmorgenruderer wollen auch in Zukunft aktiv bleiben und würden sich freuen, wenn weitere Mit-glieder sich diesem Kreis von Ruderverrückten anschließen würden.

Es lohnt sich, denn neben dem Spaß kommt auch die Gesundheit nicht zu kurz.

E. Selle

 

 

 
 

 

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